Montag, 13. Mai 2013

Rosenprojekt in der Arbeit mit demenziell Erkrankten



Wie in meinem vorigen Artikel versprochen möchte ich heute die Facharbeit von Ruth vorstellen.

Im Sommer 2011 kam Ruth zur Aromapflege-Woche nach Schwollen ins ViVere Seminarhaus, dort lernte ich ihre wundervolle Art mit Menschen umzugehen kennen. Selbst im Seminar konnte Ruth soviel von sich geben, dass ich ein großes Stück "reicher" wurde.

Ihre Arbeit mit demenziell Erkrankten macht ihr soviel Freude, dass sie nach außen "strahlt".

Als Projekt für ihre Facharbeit wählte sie das Thema „Rosige Zeiten“ – Rosen für
alle Sinne, da sich das Thema wunderbar in ihre Tätigkeit integrieren lies.


Foto von Ruth´s Rosen-DVD




Hier ein paar Auszüge aus Ihrer Facharbeit:




Viele unserer Bewohner kommen aus dem ländlichen Raum und hatten einen Garten.
Die Senioren, die keinen Garten hatten, kennen die Rose trotzdem, haben Erinnerungen
daran.
Ich möchte die Rose mit möglichst allen Sinnen erfahrbar machen, Erinnerungen wecken
und neue Eindrücke, wie zum Beispiel die Rose schmecken, vermitteln.

Die Ziele sind:
- Rosen sehen, riechen, fühlen, schmecken
- gemeinsam etwas tun, herstellen,
- Kreativität fördern,
- zusammen Freude, Spaß haben,
- zu einander finden, sich unterhalten,
- Erinnerungen wecken,
- sich wohl fühlen,
- sich selbst und andere annehmen wie sie sind,
- entspannen

Wir basteln Rosenblütenkränze
Als Einstieg in meine Projektarbeit wähle ich das Basteln von Rosenblütenkränzen,
da wir dabei gleich eine große Fülle an Rosen und Pflanzen die gut dazu passen erfahren
können.


Foto Ruth Felder

Die restlichen Rosen lassen wir trocknen um sie weiter zu verwenden.
Am Abend, beim ins Bett bringen, strahlt Frau S2 so richtig von innen rau und meint:
„Das war ein wunderschöner Urlaubstag!“. So ähnliche Kommentare finden die Frauen
immer wieder, wenn sie die Kränze anschauen.

Foto Ruth Felder


Wir stellen Rosenzucker und Badesalz mit Rosen und Lavendel her
Auf den Tischen stehen wieder die Utensilien
bereit:
- Gläser für Rosenzucker und Badesalz
- Rohrzucker
- Totes Meer Badesalz
- getrocknete Rosenblüten
- getrockneter Lavendel
- ätherische Öle Rose bulgarisch 10% und Lavendel fein
- kleine Moulinette
- Aufkleber
- Stifte
Foto Ruth Felder


Wir betrachten alle Zutaten auf den Tischen und überlegen, wie wir vorgehen. Es
taucht die Frage auf, warum wir keine frischen Blüten verwenden und es leuchtet ein,
dass die Gefahr besteht, dass die Pflanzenteile schimmeln.
Gemeinsam zerlegen wir die Rosenblüten. Sie wird in all ihre vielen Blütenblätter zerteilt,
befühlt, berochen. Die Blütenblätter, die ganz innen sind und unten her einen
weißen Rand haben, werden aussortiert, da diese bitter sein können. Für das Badesalz
können wir sie aber bestimmt noch verwenden.
Auch den Lavendel zupfen wir ab, zerreiben ihn, riechen an ihm und immer wieder
an unseren Händen. „Mmmhhh, so hat es im Wäscheschrank meiner Mama auch
gerochen!“ stellt Fr. A. fest.
Wir entscheiden uns zuerst Rosenzucker herzustellen und überlegen, ob wir die Blätter
in ihrer Größe lassen, dann kann man sie zum Verzehr entfernen oder ob wir sie
zerkleinern und mitverzehren. Das Ergebnis: ein Teil wird mit der Moulinette zermahlen,
was einen intensiven Duft erzeugt. Jeder schnuppert mit einem „Mmmhhh“ daran.
Zum Vergleich lasse ich alle an der Verschlusskappe des Rosenöls riechen.
Dieser Geruch ist noch intensiver! Es ist für die meisten Bewohner das erste
Mal, dass sie Rosenöl riechen.......

Foto Sabrina Herber







Das Badesalz stellen wir in den gleichen Schritten her, entscheiden uns aber der Optik
wegen, auch ganze Rosenblätter mit zu verwenden. Es wird wieder gedreht, befüllt
und geschüttelt. Inzwischen hat sich unsere Runde vergrößert. Es sind noch
mehr Bewohner und auch Angehörige dazu gekommen. Alle helfen mit, rühren,
schütteln, schnuppern, erzählen.........

Wellness – Nachmittag auf der Terrasse

Es ist wieder ein richtig heißer Sommertag und wir haben zu nichts Lust. Einfach
entspannen und genießen. Das Angebot für ein lauwarmes Fußbad wird mit Freude angenommen und ist die Gelegenheit unsere Badesalze zu testen.
Die Bewohner dürfen ihren Duft aussuchen, ob Rose, Lavendel oder lieber gemischt. Diese Entscheidung fällt manchen ganz schön schwer. Mit der Zeit haben alle eine Wanne (oder Schüssel) mit Fußbadewasser in der richtigen Temperatur und Geschmacksrichtung vor sich. Nebenher lassen wir eine CD mit Meeresrauschen leise im Hintergrund spielen.
Es ist interessant, wie alle nacheinander zur Ruhe finden. Die Atmosphäre wirkt sehr entspannt, gemütlich, zufrieden.......Wer zum Abschluss noch eine Erfrischung möchte bekommt die Beine mit Pfefferminzspray eingesprüht.....
Einige Bewohner waren wegen der schwimmenden "Rosenkrümel" etwas irritiert, hier hatte eine Angehörige die Idee, das Badesalz doch in große Teebeutel zu füllen und diese in die Fußbadeschüssel mit dazu geben.


Entspannung mit Rosenbildern, Rosenduft und Entspannungsmusik 


auch die DVD Hülle hat Ruth selber gestaltet!!

Auf einem Rosenmarkt hat Ruth hunderte Rosenfotos geschossen, diese auf eine DVD brennen lassen, um sie im Pflegeheim als Diashow über den Fernseher abzuspielen. So sind die Bilder auch für Sehbehinderte wahrnehmbar, es können mehrere zusammen schauen und da auch die Bilder der
„Blumenköniginnen“ dabei sind, kann sich die eine oder andere Bewohnerin im Fernseher entdecken. Dazu läuft Entspannungsmusik (z. Bsp. Fühl dich wohl von Vinito, oder Wolkenflug von Martin Buntrock). Auf die Heizung legt sie nach dem Lüften kleine Zellstofftupfer mit ätherischen Ölen
zur Entspannung, mal Rose, mal Mandarine und auch mal „Zauberöl“ .

Zauberöl

8° Mandarine rot
1° Rosen-Absolue
2° Sandelholz
2° Vanille-Extrakt

Das Zauberöl, wird entweder für die Duftlampe verwendet, für kleine Massagen- und Einreibungen oder es wird daraus ein Raumspray hergestellt.

Ausserdem veranstaltete Ruth einen Rosenlieder-Nachmittag, stellte Rosensirup her und organisierte einen Lichterrosenkranz-Gebetsnachmittag mit den Bewohnern und vielen Angehörigen......


Ich habe Ruth dazu ermutigt ihre Rosen-DVD doch auch anderen Häusern bereitzustellen, wer interesse an diesen wundervollen Rosenbildern hat, kann sich bei mir melden und ich werde es an Ruth weiterleiten.



Dienstag, 23. April 2013

"Neue" ViVere-Aromapflegerinnen


Am letzten Samstag durfte ich einen sehr besonderen Prüfungs- und Colloquium Tag mit drei angehenden Aromapflegerinnen erleben.

Drei sehr unterschiedliche, tolle Facharbeiten wurden mir hierfür vorgelegt und an diesem Tag präsentiert. Alle drei Teilnehmerinen sind damit einverstanden, dass ich diese Facharbeiten hier kurz vorstelle.

Beginnen möchte ich heute mit der Facharbeit von Sandra Holleitner.


Sandra arbeitet auf einer Palliativstation mit 10 Patienten als examinierte Krankenschwester mit Palliativ Care Weiterbildung.

Ihre Aufgaben auf dieser Station sind:

·      die Durchführung der bestmöglichen, ganzheitlichen Pflege am Patienten,
    die zur Gesundheit, zur Genesung oder zu einem würdigen Tod beitragen

·      Gespräche führen mit schwerkranken Menschen sowie mit Angehörigen

·      Begleitung in der letzten Lebensphase und darüber hinaus

·      Versorgung verstorbener Patienten

·      Pflege im Zusammenhang von Religion und Spiritualität

·      Sowie das Wohlfühlen auf der Station

·     Sowie das Versorgen von Wunden, Portsystemen, Anus praeter, Urostoma,
    Trachealkanülen usw.

·      Aromapflege in der Pflege



Außerdem arbeitet sie im Bremerhavener Verein Ambulante Palliativversorgung e. V.



Einführung der Mundpflege mit ätherischen Ölen auf der Palliativstation der Klinik

Nachdem Sandra die ersten Aromapflegekurse absolviert hatte, beschloss Sie die Kenntnisse im Krankenhaus anzuwenden bzw. anzubieten.

Ihr Vorhaben hat sie mit der zuständigen Pflegedienstleitung besprochen, diese war sehr positiv der Aromapflege gegenüber eingestellt und erteilte Sandra die Erlaubnis, diese auf Station einzuführen. Sogar ein kleines Budget wurde ihr bewilligt, damit konnte Sie die ersten Öle  in der Krankenhaus Apotheke und elektrische Duftlampen bestellen.

Die Anfänge auf der Palliativstation waren nicht immer leicht. Mit der Zeit wurde die Aromapflege aber immer mehr akzeptiert. Trotz der Akzeptanz und der Möglichkeit Öle über die Apotheke zu beziehen, mussten die Kosten doch immer im Auge behalten werden und Improvisation war gefragt. So verwendetete sie zum Beispiel am Anfang zur Aufbewahrung des Mundwassers und des Mundöls verschließbaren Sputum Becher. 

Ihr ist es gelungen die komplette Mundpflege auf der Station umzustellen. Es gibt nun statt des üblichen Mundpflegesets  ein "aromatisches" Mundpflegeset, welches aus einem Mundwasser, einem Mundpflegeöl und einem Lippenbalsam besteht.

Sofern ein Patient Bestandteile dieses Standard-Mundpflegesets nicht mag, bekommt er ein auf seine persönlichen Bedürfnisse genau abgestimmtes Pflegeset zur Verfügung gestellt.

Das Standardmundpflegeset steht immer auf dem Aroma-Wagen der Palliativstation und kann somit von allen Kollegen jederzeit genutzt werden. Genaue Angaben über das Verfalldatum und das Mischungsverhältnis der einzelnen Zusammensetzungen werden auf den Behältnissen dokumentiert.


Das Mundwasser besteht aus:

1000 ml Mineralwasser ohne Kohlensäure
1 ml Alkohol 95 %
2 Tropfen Kardamon (Elletaria cardamomum)
2 Tropfen Fenchel (Foeniculum vulglare)
2 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)

Das Mund Öl enthält:

100 ml Olivenöl mild
5 Tropfen Kardamon (Elletaria cardamomum)
5 Tropfen Fenchel (Foeniculum vulglare)
3 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)


Das Lippenbalsam wird gefertigt aus:

250g Sheabutter
250g Kokosöl
60g Mandelöl
10g Sanddornfruchtfleischöl
10g Vitamin E
15 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
15 Tropfen Benzoe siam (Styrax benzoe)

Fallbeispiel:


Frau M., 31 jährige Patientin mit B-Zell-Lymphom, Zustand nach Chemotherapie

Beschreibung des vorgefundenen Zustandes:
Die Patientin klagte über eine stark abgelöste Mundschleimhaut mit Aphtenbildung im gesamten Mundbereich. Das Essen und Trinken fiel ihr sehr schwer und war immer schmerzhaft. Sie mochte gerne viel trinken, konnte es aber in diesem Zustand nicht.

Durchgeführte Aromapflege:
Zu Beginn wurde das Sanddornfruchtfleisch-Öl pur für den ganzen Mundbereich verwendet, mehrmals täglich hielten wir für sinnvoll. Nach einem Tag wurde es dann langsam besser, so dass wir mit der Mischung begonnen haben nur spezielle Stellen (Aphten) mit dem Sanddornfruchtfleisch-Öl zu benetzen.

Ergebnis:
Nach 5 Tagen erzielten wir einen guten Erfolg, sodass selbst die Patientin sehr überrascht war. Sie wollte jetzt die Mundpflegemischung prophylaktisch nutzen. Frau M. begann immer einen Tag vor der Chemotherapie und wir konnten feststellen, dass es zu einem Rückgang der Aphten kam. Ebenfalls gingen die Mundschleimablösungen zurück. Am Ende ihres Lebens mochte Sie auch gerne das Mundwasser in der Sprühflasche zum Befeuchten. Das Wohlbefinden und das Trinkverhalten der Patientin verbesserte sich sehr, die Lebensqualität stieg dadurch.

Verwendete Tinktur:
9 ml Olivenöl mild
1 ml Sanddornfruchtfleisch Öl
1 Tropfen Niauli (Melaleuca viridiflora)
1 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium)

Liebe Sandra ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bedanken, dass Du die Erlaubnis erteilt hast, einen kleinen Teil deiner Prüfungsarbeit hier zu veröffentlichen und somit mitvanderen Pflegenden zu teilen.

Freitag, 12. April 2013

Workshop Aromaküche

ich freue mich Euch diesen Herbst ein besonderes Highlight bieten zu können:

Aroma Vitalküche Herbst und Winter
Workshop mit Maria Kettenring

am 11. Oktober 2013

Eine Fülle an Früchten, Gemüse, Kräutern und Gewürze stehen uns in dieser Jahreszeit zur Verfügung. 
Gekonnt eingemacht, eingelegt und konserviert können Sie die Würze des Sommers mit Hilfe der ätherischen Öle einfangen. Vom asiatisch angehauchten Kürbissüppchen bis zur raffinierten Apfeltarte ein Wonne an Köstlichkeiten.

Seminarinhalt
> Aromaküche in Tradition und Moderne - Hintergründe, Wirkung     und Nutzen
> Raffinierte Würzkunst: Blütensalze, Orangenpfeffer, Gewürzöle, Gesundheitselixiere, Sirupe und Liköre zubereiten -  ein mobiles Würzbord für zu Hause
> Aromafeines Blanchieren und Konservieren von Gemüse und Obst Chutneys süß und salzig, Marmeladen Pasten und Dips
> Herbstliches Fingerfood











Seminartermine Frühjahr 2013


- Kräuterstempelmassage am 08. Mai 2013

- Heilpflanzentees und ätherische Öle mit Gisela Blaser
  am 21. - 22. Mai 2013

- Ätherische Öle bei demenziell Erkrankten
  am 23. Mai  2013

- Konzeptarbeit Aromapflege am 24.Mai 2013

- Basisseminar Aromapflege am 05. - 06. Juni 2013

- Ätherische Öle für die Psyche am 07. Juni 2013





Neue Telefonnummer

0 67 87 -  97 06 30

Anmeldungen unter:

info@vivere-aromapflege.de

Donnerstag, 4. April 2013

Frühlingsgefühle - besser spät als nie....

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" (Hermann Hesse)


In diesem Jahr lässt der Frühling sehr lange auf sich warten und dies nicht nur regional sondern bundesweit. Der Winter hatte ungewöhnlich wenig Sonnenstunden, so wenig wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Zum Vergleich: im Schnitt gibt es 154 Sonnenstunden, aber diesmal gab es nur 96.

Durch die geringe Sonnenstundenzahl in diesem Winter jedoch haben viele Menschen auch Probleme mit der Stimmung. Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit sind keine Seltenheit.

Der Zusammenhang zwischen Tageslicht und Stimmungslage lässt sich folgendermaßen erklären: An kurzen Lichtarmen Tagen trifft zu wenig Tageslicht auf die Netzhaut des Auges. Aufgrund einer Nervenverbindung der Netzhaut mit der Epiphyse (Zirbeldrüse) kommt es dann zu einer vermehrten Ausschüttung von Melatonin. Die Melatonin-Produktion erfolgt in der Zirbeldrüse im Stammhirn aus der Aminosäure Tryptophan über die Zwischenstufe Serotonin.
Die Folge der übermäßigen Melantonin-Ausschüttung: Unsere innere Uhr gerät außer Takt. Man wird müde, schlapp und die Laune lässt zu wünschen übrig.

Aus aromatherapeutischer Sicht können wir dann auf stimmungsaufhellende Öle zurückgreifen. Hier eignen sich besonders gut die Öle mit einem hohen Estergehalt wie z.B. Bergamotte (Citrus bergamia), Bergamotteminze (Mentha citrata), Petit grain (Citrus aurantium ssp aurantium), aber auch die aromatischen Ester (wenn auch nur in winzigen Mengen enthalten) wirken psychisch stark entspannend und stimmungsaufhellend, wie z.B. in der Mandarine (Citrus reticulata), Jasmin (Jasminum grandiflorum) und Tuberose (Polianthes tuberosa).

Liegt aber Frühlingsduft in der Luft, so ist dies wie Doping für unser Gemüt. Dopamin wird als Botenstoff des Glücks, der Lust und des Vergügens beschrieben. Deshalb schweben Verliebte auf Wolke 7 - ihr Dopaminspiegel ist besonders hoch.
Alleine schon die Erwartung, man erlebe etwas Schönes, führt zur Ausschüttung des Dopamins und damit zu den Glücksgefühlen.
Das bedeutet auch die Vorfreude auf den Frühling kann uns schon Glücksgefühle bescheren!!!

Nicht nur die Natur erwacht, sondern auch wir Menschen erwachen aus unserem "Winterschlaf". Es wird wärmer und wir befreien uns von der dicken "Pelle", zeigen wieder mehr Haut. Ausserdem sind wir viel sensibler und reagieren empfänglicher auf bestimmte Reize.



Die Natur erscheint wieder in einem neuen Kleid, es grünt und blüht ringsherum. Wir sprechen von Frühlingsgefühlen, aber warum???? Warum scheint es so, dass wir im Frühling auch oft einen neuen "Liebesfrühling" erleben???

Seminar am 07. Juni 2013 - u.a. mit dem Thema Botenstoffe und ihre Wirkungen

Schuld daran sind die Hormone, diese reagieren auf Licht, welches über unsere Augen in das Gehirn gelangt. Dort wird in der Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melantonin produziert. Eine Studie hat belegt, dass wir im Winter 80 Prozent mehr Melatonin in unserem Körper haben, als im Sommer (A.L.Morera, Journal of Pineal Research, 2006).  Durch die längeren Tage und Nächte im Frühling, wird unsere Aktivität also erhöht.



Schon immer wurde der Frühling und die Liebe von Dichtern und sängern besonders beachtet und in Gedichten und Liedern wiedergegeben.
Um den Ursachen der Glücksgefühle auf die Spur zu kommen, hat man in Blutuntersuchungen bei Freiwilligen herrausfinden können, welche Hormone in welcher Menge vorhanden waren. Dazu mussten einige dieser Probanden ca. 8 Wochen in dunklen Räumen leben. Mit speziellem Licht wurden besonders lange und kurze Tage simuliert.
Hierbei stellte sich herraus, dass der Mensch vom Tageslicht abhängig ist. Je mehr Licht dem Körper zugute kam, desto mehr Serotonin wurde produziert. Serotonin ist ein Botenstoff, welcher für Glücksgefühle und den Schlaf-Wachrhythmus verantwortlich ist. Im Winter sinkt der Seretoninspiegel auf Grund der kurzen Tage und somit weniger Licht und wir fühlen uns schlapp, antriebslos und leiden manchmal sogar unter der sogenannten Winterdepression.

Ist die Umstellung zu schnell, kann es zur Frühjahrsmüdigkeit kommen. An den ersten etwas wärmeren Tagen weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt ab und man fühlt sich schlapp und müde.

Serotonin und verschiedene Sexualhormone werden nun nicht mehr so sehr durch die Melatonin Produktion gehemmt, dadurch steigt das Interesse am anderen Geschlecht sprunghaft an. Auch die Schweißproduktion wird angeregt. Dies ist für das andere Geschlecht ein sehr anregender Duft.
Forscher haben in einer Arztpraxis Stühle mit männlichen Duftstoffen markiert. Während Frauen sich genau diese Stühle zum sitzen ausgesucht haben, machten Männer einen weiten Bogen um diese "Markierung" und suchten sich weit ab einen anderen Platz aus.




Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike


Den Frühling kann man riechen, es duftet nach Erde, nach Laub, feucht und dennoch frisch. Erinnerungen an "erlebte Frühlinge" werden geweckt und sorgen mit Hinblick auf den nahenden Sommer, für schöne Gefühle.




 Aktivierende Duftlampenmischung
"Fit in den Tag"
3 Tropfen Litsea (Litsea cubeba)
2 Tropfen Rosmarin (Rosmarinus officinalis c.t. cineol)
3 Tropfen Grapefruit (Citrus paradisi)
1 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)

Körperöl "Active"
50 ml Aloe Vera Öl
3 Tropfen Rosmarin (Rosmarinus officinalis c.t. cineol)
2 Tropfen Lavandin (Lavandula hybrida)
4 Tropfen Palamrosa (Cymbopogon martinii var. motia)
4 Tropfen Orange (Citrus sinensis)


Viele Menschen starten mit Entschlackungs- und/oder Fastenkuren in den Frühling, diese können wir aromatherapeutisch unterstützen, in dem wir z.B. unsere Haut mit Körperölen pflegen die den Stoffwechsel und die Entschlackung anregen:


Körperöl "Frühlingsfit"
50 ml Sesamöl
5 Tropfen Wachholderbeere => entschlackend, lymphanregend, hautregenerierend
6 Tropfen Grapefruit => regt den Hautstoffwechsel an, durchblutungsfördernd, belebend
3 Tropfen Zypresse => adstringierend (zusammenziehend), entstauend
4 Tropfen Zeder => regulierend auf die Fettzellen, lymphotonisch

Entschlackungsbad
500 g grobes Meersalz
10 Tropfen Wachholderbeere (Juniperus communis)
5 Tropfen Grapefruit (Citrus paradisi)
5 Tropfen Zitrone (Citrus limon)
8 Tropfen Zeder (Cedrus atlantica)
4 Tropfen Rosmarin (Rosmarinus officinalis c.t. cineol)
6 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens)
von dieser Mischung ca. 5 Eßl pro Vollbad nehmen


Aromatisches Mineralwasser
1 Flasche Mineralwasser (mit Kohlensäure)
1 Tropfen Zitrone, Grapefruit oder Limette

schmeckt erfrischend und fördert die Ausscheidung über Niere und Leber....

Lebensmittelöle gibt es bei Ingeborg Wäschenbach

Die ersten Sonnenstrahlen

Als Basisöl verwende ich Aloe Vera Öl (Mazerat mit Raps- oder Distelöl), denn es spendet der Haut Feuchtigkeit und hat einen kühlenden Effekt. Es zieht sehr gut in die Haut ein, beruhigt sie und fördert die Selbstheilungskräfte der Haut. Es ist also auch bestens geeignet um die Haut nach einem Sonnenbrand zu pflegen.

Erste Sonnenstrahlenöl
Folgende fetten Öle haben einen eigenen Lichtschutzfaktor:

Haselnussöl => Lichtschutzfaktor 4
Jojobaöl => Lichtschutzfaktor 4
Macadamianussöl => Lichtschutzfaktor 4

100 ml eines der o.g. Pflanzenöle
5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia) hautpflegend, epithelisierend
5 Tropfen Petit Grain (Citrus aurantium ssp aurantium)
3 Tropfen Neroli (Citrus aurantium ssp aurantium) sehr hautpflegend
3 Tropfen Palmarosa (Cymbopogon martinii var. motia) hautpflegend

Montag, 25. März 2013

Dies & Das

Nach vier Wochen und 16 Seminartagen und vielen tollen Begegnungen nun endlich wieder ein Blog-Eintrag!

Sandra Hartmann hat vor fast 2 Jahren  bei mir mit der Ausbildung zur Aromapflegerin mit Schwerpunkt Gesundheits- und Aromapraxis begonnen. Sie hat sich kurz danach mit einer kleinen aber feinen Firma "Aromaminds" klick hier, selbständig gemacht.

Bei ihrem letzten Seminarbesuch im Januar packt sie plötzlich ein kleines gelbes Ei aus und brachte mich zu verzückten Ausrufen. Schaut selbst welch tolle Idee sie für die Aufbewahrung ihres selbst hergestellten Lippenbalsam hat:




Tolle Recycling-Idee, wie ich finde!!!



Ein weiteres Highlight dieses Seminar-Jahres war das Seminar mit Dorothea Hamm. 
Dorothea Hamm verfügt über einen unglaublichen Wissens- und Erfahrungsschatz im Umgang mit Aromatogrammen und den daraus resultierenden Mischungen.



Dorothea Hamm berichtete, dass sie im letzten Jahr soviele Aromatogramme wie in den 10 Jahren zuvor zusammen, ausgewertet hat. Es scheint, dass das Interesse steigt und diese Möglichkeit der Keimsanierung bekannter wird. 

Eine der Kursteilnehmerinnen (PDL in einem Altenpflegeheim) hat mir in diesem Seminar einen Kostenüberblick, welcher von den Heimen getragen werden muss, wenn ein Bewohner einen nachgewiesenen MRSA-Keim hat, gegeben. Die Kosten liegen pro Patient bei ca. 330,-- Euro!!!

Die Kosten für die Erstellung eines Aromatogrammes liegt im Schnitt bei ca. 30,-- bis 40,-- Euro, hinzu kommen noch die Kosten für die erstellte Rezeptur der Medikamente  bei der Olympia Apotheke in Karlsruhe.

Sehr erstaunt war ich über die Ergebnisse der bis heute ausgewerteten Aromatogramme. 
Neroli Öl hat bei allen Auswertungen eine große Rolle gespielt.

Bei der Auswertung von Candida albicans war Neroli das am häufigsten wirksame ätherische Öl, sowie bei Escherichia coli (Keime der Darmflora) und Staphylokkus aureus. Beim Enterokokkus faecallis war es auf Platz 2, sowie bei ß-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe B (Keime kommen häufig im Vaginalbereich vor und können bei Neugeborenen eine Meningitis auslösen).

Bei über 1000 ausgewerteten Aromatogrammen zeigte Neroli (Citrus aurantium ssp. aurantium) bei 952 Auswertungen eine Wirksamkeit gegenüber den Keimen!!

Für mich sehr faszinierend, da man (frau) doch leicht zu dem Glauben neigt, dass es doch die "starken" Öle wie Thymian thymol, Teebaum, Rosmarin cineol oder Eukalyptus sind, welche bestimmt wirksam sind.

Neroli ist ein sehr hautfreundliches, hautpflegendes, stimmungsaufhellendes und dabei dennoch ein stark antibakteriell, antiviral, entzündungshemmendes und juckreizstillendes ätherisches Öl.



Es handelt sich hier um ein aus den Blüten des Bitterorangenbaumes destilliertes ätherisches Öl mit folgenden Inhaltsstoffen:
ca. 40 % Monoterpenole (v.a. der Lavendelalkohol Linalool)
ca. 25 % Monoterpene (v.a. Limonen)
ca. 18 % Ester (v.a. Linalylacetat)
ca. 6 - 10 % Sesquiterpenole
ca. 3 % Aldehyde
sowie Spuren von Methylanthranilat (stark entkrampfend, auch ein wichtiger Bestandteil des Mandarinen rot Öls)

Beeindruckend fand ich auch die Auswahlkriterien von Dorothea, die nicht nur das Aromatogramm  der in Frage kommenden Öle, sondern auch den Gesamtzustand des Patienten berücksichtigt und somit den Menschen als "ganzes" betrachtet und nicht nur seine "Krankheit" in den Vordergrund stellt!!!



In der vorletzten Woche erlebten meine Seminarteilnehmerinnen zwei tolle und bereichernde Seminare mit einer ganz besonderen Pflegefachkraft, Gisela Blaser.

Frau Blaser verfügt über einen unglaublichen Wissenschatz im Bereich komplementäre Pflegemethoden und hat uns alle an ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihre Begeisterung im Seminar "Wickel & Auflagen" teilhaben lassen.

Es waren zwei sehr intensive Seminartage an denen die Kursteilnehmerinnen wortwörtlich am "eigenen Laib"  gewickelt haben und wurden. Immer wieder hat uns Gisela Blaser in den Pflegealltag ihrer komplementären Arbeit "hineinschauen" lassen. Viele wertvolle Tipps und Anregungen für die alltäglichen Pflegeaufgaben mit auf den Weg gegeben und uns immer wieder sehr beeindruckend und überzeugend vermittelt, wie "einfach" und dennoch so wirkungsvoll "alternative" Pflege sein kann!!!





Vorbereitungen für die Kartoffelwickel


Entspannen beim Kartoffelwickel
Einreibung von Gisela Blaser nach dem Ingwerwickel

Die Teilnehmerinnen und ich durften die wunderbar durchwärmende Wirkung von Ingwerwickel spüren. Dieser Wickel kann bis zu dreimal täglich angewendet werden. Anwendung findet er u.a. bei chronischer Bronchitis, Asthma, zur Pneumonieprophylaxe, Gelenkerkrankungen, Muskelverspannungen, Fibromylagie oder einfach nur zur Entspannung und zum Aufwärmen.

Gisela Blaser hat uns einen erkältungsvorbeugenden Punsch zubereitet:

Saft einer Zitrone
2 Stückchen Ingwerwurzel
1 Messerspitze Kurkuma
mit 500 - 700 ml heißem Wasser aufgießen und etwas Honig süßen





Kohlwickel haben eine wirklich alte Tradition. Der Weißkohl enthält neben Wasser, Fett, Eiweiß; Kohlenhydraten, Flavonoide und einigem mehr, bis zu 8 % Schwefel.
Kohlwickel wirken entzündungshemmend, abschwellend, kühlend und beruhigend und finden vor allem bei Gelenkerkrankungen wie Polyarthritis, Arthritis und Gicht Anwendung.
Kohlwickel bzw. Auflagen können sowohl bei heißen, wie auch bei kalten Gelenken angewendet werden. 
ausrollen der Kohlblätter mit einer Flasche
Bei heißen Gelenken werden sie raumtemperiert aufgelegt, bei kalten Gelenken werden die gequetschten Blätter in einer Plastiktüte zwischen zwei Wärmflaschen erwärmt und dann auf das Gelenk aufgelegt.

Anlegen des Kohlwickels auf dem Ellbogengelenk
Erstaunlich fand ich den Hinweis, dass bei bestehenden Entzündungen, das Kohlblatt sich dunkel verfärbt. Wird diese Verfärbung weniger bzw. verschwindet während des Behandlungszeitraumes ganz, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Entzündung im Gelenk zurückgeht bzw. keine Entzündung mehr vorhanden ist.



Arnikawickel bei Arthrose



Vorbereitung für Leinsamenwickel- und Kompressen

 Leinsamenauflagen bei Sinusitis


Ich freue mich Gisela Blaser mit dem Workshop Thema "Heiltees und ätherische Öle" am 
21. - 22. Mai 2013 wieder im ViVere Seminarhaus begrüßen zu dürfen.

Einsatz von Tee`s und ätherischen Ölen in der Pflege
Seminarinhalt:
  • Geschichte der Phytotherapie
  • Inhaltsstoffe, Wirkung, Dosierung
  • Zubereitung, Trinkmenge, Haltbarkeit
  • Indikationen und Kontraindikationen
  • Anwendungsbereiche der Heilpflanzentee`s und Zubereitungen in der Pflege
  • Anwendung von Tinkturen
  • Anwendung von Salben
  • Wechselwirkung mit anderen Therapien
  • Einsatz von Heilpflanzentee`s innerlich z.B. zur Schleimlösung, Schweißreduzierung
  • usw.
  • Heilpflanzentee`s äußerlich in Form von Kompressen bei Hautproblemen,
  • Waschungen, Teilbäder
  • Belebende oder beruhigende Maßnahmen und juckreizstillende,
  • infektionsreduzierende Maßnahmen.
Seminarinhalt:

· Geschichte der ätherischen Öle
· Eigenschaften, Gewinnung, Qualität und Reinheit der ätherischen Öle
· Wirkungsweise
· Indikationen und Kontraindikationen
Anwendungsbereiche der ätherischen Öle in der Krankenpflege:
· Beispiele für Ganzkörperwaschungen
· Ölkompressen
· Massage- und Körperöle
· Ölmischungen bei speziellen Pflegeproblemen wie z.B. Pilzinfektionen,
Hauterkrankungen
· Praktische Übungen

Anmeldung unter info@vivere-aromapflege.de